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Unser Hund

Auf den Hund gekommen.

Das Jahr 2017 fing mit Veränderungen an und hörte auch mit Veränderungen auf. Trotzdem kann ich unterm Strich sagen, ich/wir hatten viel Spaß und die Gesundheit hat auch mitgespielt. So weit so gut. Nun zur Veränderung.

Die beste Freundin meiner Frau hat nach langer Zeit endlich dem Wunsch der Kinder nach einem Hund nachgegeben. Dadurch kam zwangsläufig auch bei uns das Thema Hund immer mal wieder auf den Tisch. Da ich mit Hunden aufgewachsen bin und meine Töchter eigene Hunde haben und ich bis vor einiger Zeit auch noch eine Hündin im Haus hatte, wollte ich eigentlich keinen Hund mehr. Nicht weil ich Hunde inzwischen nicht mehr mag, sondern weil der Abschied nach 16 Jahren von der letzten Hündin noch schmerzhaft im Gedächtnis war und ich das eigentlich nie wieder erleben wollte.

Eigentlich! Andererseits hatte meine jetzige Frau noch nie einen eigenen Hund! Für Sie war klar, wenn sie in Rente geht, dann bekommt sie einen Hund und zwar als Welpen!

Wir haben lange drüber gesprochen und irgendwie wurde klar, dass wird wohl nichts. Trotzdem haben wir sinniert, welche Hunderasse denn zu uns passen könnte. Meine Frau schwärmte von einem kleinem Münsterländer! Ich durfte den kleinen Münsterländer einer Freundin während ihres Urlaubs betreuen und feststellen was für Energiepakete das sind. Persönlich tendierte ich eher zu Schäferhunden und natürlich kam mir sofort mein erster Schäferhund Rex ins Gedächtnis. Ein Traum von einem Hund!

Bei unseren Überlegungen und Diskussionen sind wir über Australien Shepard, Border Collie und Kromfohrländer gestolpert.  Vom Aussie riet uns meine jüngste Tochter ab, die in ihrem Boxer-Club wohl einiges negatives mit dieser Rasse erlebt hat. Ein Boxer wie sie ihn hat, kam aber für uns beide nicht in Frage. Der Border Collie sollte auch recht anspruchsvoll sein und bei den Kromfohrländern gibt es wohl einige Zuchtprobleme. So wurde immer klarer, DEN Hund für uns, gibt es wohl nicht.

Doch wie immer im Leben kommt es anders als man denkt. Durch Zufall sah ich eine Klein-Anzeige über Mischlings-Welpen. Ein süßes Foto. Ich rief an und alle Welpen waren bereits vergeben! Da es aber ein sehr nettes Telefonat mit der Besitzerin war, fragte ich nach, ob ich mir die Welpen mit meiner Frau trotzdem einmal anschauen dürfte. Ja, ich weiß, natürlich ein Fehler! Wer einmal ein kleinen Welpen in seinen Armen halten durfte, weiß wovon ich rede.

Egal, am folgenden Samstag ging es zum Welpen anschauen. Sechs kleine wuselige Welpen und die Mama alle in einer riesigen Holzumrandung mitten im Wohnzimmer. Wir unterhielten uns lange und durften die Besitzerin mit der Hundemama Tequilla und drei kleinen Welpen auf einem Spaziergang im nahegelegenen Park begleiten. Herrlich wie die kleinen Wollknäuel hinter uns her waren. Ein wenig wehmütig verabschiedeten wir uns von der Besitzerin, die uns zugesagt hatte, sich bei uns zu melden, falls doch noch jemand abspringen sollte.

Und dann bekam ich die alles entscheidende SMS: Wir können doch genau diesen einen Rüden haben! Die Freude bei uns war unbeschreiblich. Natürlich mischte sich auch Skepsis mit ein, aber es wurde alles vorbereitet, damit der Kleine bald bei uns einziehen konnte. Ich habe ihn bis dahin mehrfach besucht und zweimal hatten wir ihn auch „zur Probe“ bei uns, bis es endlich soweit war und er Weihnachten 2017 bei uns einzog!

Die nächsten Wochen und Monate wurden anstrengend. Ich habe praktisch im Jogger geschlafen und bin Nachts in Bade-Latschen mit dem kleinen Hund im Schnee rum gestapft, damit er schnell „stubenrein“ wird. Aber wir haben auch viel gelacht. Eigentlich immer mehr, denn jeder Tag mit diesem kleinen Wesen steckte so voll Lebensfreude, die man nicht in Worte fassen kann. Natürlich ging es auch das ein oder andere Mal etwas schief und meine Frau stand einmal auch nachts barfuß im noch warmen Hundehaufen. 😉

Der kleine Kerl war so wissbegierig und unternehmenslustig. Vorbei die Zeiten, da man in Ruhe ausschlafen oder auf der Couch faulenzen konnte. Selbst das Hobby blieb komplett auf der Strecke, denn mit den Freunden und den Crawlern durch den Wald ziehen, war mit diesem kleinem Kerl nicht drin. Aber jeden Tag durch die Ohligser Heide und die umliegenden Wiesen und Wälder ziehen. In alle Bäche springen oder im Elbsee oder Unterbach See schwimmen gehen waren jetzt angesagt.

dav

Es folgten die ersten Urlaube mit dem Hund und Wohnmobil. Zu unserer großen Freude hat er richtig Spaß dabei und so konnten wir mit ihm bereits die Ostsee besuchen. Leider bekam er etwas Durchfall durch das Salzwasser, aber unsere Tierärztin hatte uns vorsorglich mit entsprechenden Tabletten ausgestattet und somit war das kein Problem. Die Schweriner Seeplatte hatte es ihm richtig angetan, wenn er auch bei einem etwas längerem Spaziergang am See schlapp machte. 

Im darauffolgenden Herbst haben wir mit ihm die Opalküste in Frankreich erkundet und auf dem Rückweg in Belgien auch noch ein paar sehr schöne Tage verbracht.

Mit zunehmendem Alter durften die Touren mit ihm auch länger werden. So hat er uns auf unseren Wanderungen durch das  Müllerthal in Luxemburg genauso begleitet wie quer durch Frankreich in die Provence bzw. Carmagque. Da er kein Langstrecken Läufer ist haben wir eine Fahrradanhänger angeschafft, damit wir auch größere Runden mit ihm unternehmen können. Natürlich läuft er lieber frei neben oder vor dem Rad, aber bei dem heutigen Verkehr ist er im Hänger besser aufgehoben.

Inzwischen ist der kleine Kerl „Erwachsen“.

Euer
Wolfgang